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Podium im Gerberhaus

Adresse:
Gerberplatz 1
95444, Bayreuth, Deutschland

FAB Trio Joe Fonda, Barry Altschul, Billy Bang

Datum:

Fr. 11. April 2008
um 20:30 Uhr

Location:

Podium im Gerberhaus

Veranstalter:

Jazzforum Bayreuth e.V.

FAB, kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? War da nicht einmal eine Popband, der man dieses Kürzel umgehängt hat? Zwar will uns jetzt der Name dieser legendären Band partout nicht einfallen, aber ihre Lieder begegnen uns heute noch auf Schritt und Tritt. Einige davon werden sogar von Jazzmusikern gespielt.
Warum sich allerdings Joe Fonda, Barry Altschul und Billy Bang nicht gleich auch The Fab Three genannt haben, wissen wir nicht. Wirklich „fabulous“ sind sie aber auch als "The FAB TRIO". Und die Jazzszene hat damit endlich wieder so etwas wie eine avantgardistische Spitze. Denn dieses kongeniale Trio geht einen Schritt zurück, um einen größeren nach vorne zu machen.

So bedienen sich die einschlägig bekannten Jazzhaudegen der Reduktion auf den natürlichen Sound, um durch die Synergie dreier individueller Stimmen ein kompromißloses Trio mit ausgeprägtem Charakter auszuhebeln. Ein durch und durch ausgefuchstes Improvisationstrio, das so zeitgenössisch und mit herber Frische die Errungenschaften des Free Jazz zu unverwechselbarer kollektiver Ausdruckskraft nutzt.

Was wunder, ist dieses Trio doch ein in der Szene seltenes Kollektiv musikalischer Erfahrung und konsequenter kreativer Redlichkeit. Billy Bang und Barry Altschul sind ja ohnehin zwei waschechte Kultfiguren aus dem Dunstkreis der berüchtigten New Yorker Loft Scene der frühen Siebziger. Ersterer, unter anderem Gründer des „String Trio of New York“, ist ein stilistischer Gemüsegärtner zwischen Freejazz, nüchterner Kunstmusik und Bootsy Collins Comeback-Album. Zusammen mit Leroy Jenkins zählte Bang zu den führenden US-Geigern der Achtziger.

Mr. Altschul, wahrscheinlich der technisch beste Drummer, der je in einem Free Jazz Ensemble gespielt hat, ließ uns einst als Mitglied der legendären 70er-Gruppe „Circle“ aufhorchen und setzte 1973 unter der Leitung von Dave Holland und an der Seite von Anthony Braxton und Sam Rivers mit dem klassischen Album „Conference of the Birds“ einen Meilenstein. Mit dem jazzhistorischen Zitat „from ragtime to no time“ lieferte er weiland eine heute viel strapazierte Selbstbeschreibung seines eigenwilligen Stils.

Bassist Joe Fonda ist für viele untrennbar mit dem Namen Anthony Braxton verbunden. Immerhin hat er mit dem virtuosen Saxophonisten fünfzehn Jahre zusammengespielt und zahlreiche Platten mit hohem Repertoirewert aufgenommen. Und wer hört sich nicht immer noch gerne auch seine alten Aufnahmen mit Archie Shepp, Bill Dixon oder Marion Brown an? Heute tanzt Joe zwischen den Bands „Conference Call“, der Fonda-Stevens Group und „From the Source“, einem Projekt mit der Steptänzerin und Poetin Brenda Bufalino. Ach ja, und seit ungeraumer Zeit mit dem fabelhaften FAB Trio.

Fotos: Daniel Theunynck