Matthieu Saglio Quartet

Ein Cello mit tausend Klangfarben, so heißt es – und wer Matthieu Saglio einmal gehört hat, hält das nicht länger für Werbeprosa. Der französische Cellist, längst in Valencia zu Hause, behandelt sein Instrument weniger wie ein Museumsstück, eher wie einen Reisepass: Mit ihm überquert er Grenzen, die anderen unverrückbar erscheinen.

Genre? Bei Saglio eine Frage, die sich von selbst auflöst. Jazz reicht dem Flamenco die Hand, mediterrane Melodien treffen auf afrikanische Rhythmen, barocke Eleganz auf die Spiellust der Gegenwart. Heraus kommen bildhafte, melancholisch-schöne Stücke – cineastischer Akustik-Sound, irgendwo zwischen Paris, Valencia und Westafrika.

Allein bleibt er dabei nie. Im Quartett antwortet Christian Belhomme an Piano und Keys, Léo Ullmann legt die Violine darüber und der Brasilianer Zé Luis Nascimento steuert eine Percussion bei, die das Ganze nicht nur begleitet – sie treibt, erdet und beatmet es. Kein bloßes Nebeneinander von Stilen, eher ein lebendiger, rhythmischer Dialog der Kulturen – akustischer Welt-Jazz, der atmet, fließt und ganz nebenbei verführt.

Sein Album »Voices« denkt diese Sprache konsequent weiter: warm, offen, von großer melodischer Schönheit und doch immer wieder für eine unerwartete Farbe gut, einen fremden Klang, einen neuen Horizont. Musik wie ein Film ohne Bilder – die liefert der Kopf von ganz allein dazu.

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