Marco Mezquida Trio

Marco Mezquida Trio

Marco Mezquida und sein Trio erinnern an den grundlegenden Sinn von Musik. Das spanische Wort „táctil“ bedeutet: tastbar, fühlbar, greifbar. Etwas, das nicht nur wahrgenommen wird, sondern in irgendeiner Form Spuren hinterlässt. Auf der Haut, in den Händen, im Bauch. Genau darum geht es auf diesem Album.

Mezquida, Pianist aus Menorca, heute in Barcelona zuhause, spielt mit einer Mischung aus Präzision und Lust am Risiko. Er kann große Wellen bauen, sie schichten, stapeln, wieder einreißen. Läufe perlen, Rhythmen kippen leicht aus der Achse, Dynamik wird gedehnt, gestaucht, neu verhandelt. Sein Spiel ist farbig, neugierig, manchmal fast impressionistisch – doch wo es zu schön zu werden droht, setzt er rechtzeitig Haken, trockene Akzente, feine Brechungen.

Im Trio wird nicht begleitet, sondern gesprochen. Martín Melendez (clo) und Aleix Tobias (perc) mischen sich ein, widersprechen, treiben an. Spannung wird jongliert, Energie klug verteilt. Die Musik wächst aus dem Miteinander, nicht aus Einzelnummern. Es gibt Momente, in denen sie fast über die Stränge schlägt – nur um im letzten Augenblick mit einer humorvollen Wendung, einem rhythmischen Schlenker oder einem unerwarteten Lächeln wieder Boden unter den Füßen zu finden.

Zehn Jahre gemeinsames Spielen haben aus diesem Trio eine eingespielte, wache Einheit gemacht. »TÁCTIL« ist dabei so etwas wie ihr bisher persönlichstes Statement: eine Liebeserklärung an das Leben in all seinen Zuständen. Hell, dunkel, leicht, schwer. Wie ein lebendiges Zeugnis von Brüderlichkeit und geteilten Emotionen.

Gleichzeitig bleibt die Welt draußen nicht vor der Tür. In seinen Liner Notes thematisiert Mezquida die Gewalt und Ungerechtigkeit der letzten Jahre, insbesondere das Leid des palästinensischen Volkes im Gazastreifen. Musik wird für ihn in dieser Zeit zum Rückzugsort, zum Antrieb, zum Überlebensmittel; ein Raum, in dem Menschlichkeit spürbar bleibt.

Dass Mezquida in über vierzig Ländern gespielt hat, in unzähligen Projekten und auf fast hundert Alben, hört man der Brillanz seines Spiels an. „Ich liebe es, durch das Reisen zu kreieren“, sagt er. „Durch verschiedene Atmosphären zu gehen. Minimalismus, moderner Jazz, Groove, Blues, Rock, manchmal auch Klassik – egal. Es sind Improvisationen. Immer.“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Preise