
Wow. Bei Hania Derej kommt man schnell ins Staunen: Beeindruckt einen zuerst die schwindelerregende Zahl an Auszeichnungen oder doch die spielerische Selbstverständlichkeit, mit der sie unterschiedlichste musikalische Stile miteinander verwebt? Ganz leichtfüßig bewegt sich die junge Polin zwischen illustrativer Musik, Jazz, Kammermusik, Film und Elektronik.
Dass ihr Tempo dabei hoch ist, zeigt ein Blick auf ihre Vita: Preise bei Jazz Talents Zakopane 2025, dem Ladies’ Jazz Festival in Gdynia und dem FAMA-Festival, dazu die Auszeichnung als „Junge Komponistin des Jahres“ des Polnischen Komponistenverbands. Dazu kommen im Alter von gerade einmal 21 Jahren über 130 eigene Kompositionen und acht Alben.
In ihrem aktuellen Projekt, dem Hania Derej Trio, verdichtet sich diese Handschrift zu elektronisch gefärbtem Jazz mit neoklassischen Einschlägen. Hohe Intensität und kontrolliertes Chaos stehen hier neben zarten, klaren Melodien, starke Emotionen treffen auf ostinate Figuren und repetitive Strukturen. Das Album erzählt von inneren Kämpfen, vom ständigen Wettlauf mit sich selbst, von Dilemmata, Höhen und Tiefen – kurz: vom ganz normalen Ausnahmezustand des Lebens.
Mit ihr auf der Bühne stehen Mateusz Szewczyk – Kontrabassist, Bassist und Arrangeur mit internationaler Konzerterfahrung von Asien bis in den Nahen Osten – sowie Gniewomir Tomczyk – Schlagzeuger zwischen Jazz, Hybrid-Drumming und Entertainment, Produzent und Pädagoge. Sein Debütalbum »Event Horizon« wurde vom Magazin Perkusista zu einem der „100 wichtigsten polnischen Alben für Schlagzeuger“ gekürt.
Und obwohl „Trio“ draufsteht, bleibt es nicht immer dabei. Einzelne Stücke öffnen sich bewusst für weitere Stimmen. Manchmal werden Musikerinnen und Musiker aus der jeweiligen Region eingeladen, in der das Ensemble gerade gastiert. So entsteht jedes Mal eine neue klangliche Konstellation – um kulturelle und sprachliche Grenzen zu überwinden und zu zeigen, dass Vielfalt kein Zusatz, sondern Essenz ist.