
Austria-Power: David Helbock & Julia Hofer. Beide verbindet eine spielerische Neugier, Lust am Experimentieren und ein Hang zum Perfektionismus. Helbock hatte die Idee eines akustischen, auf die emotionale Essenz reduzierten Duos. Schnell war klar, dass er dafür Julia Hofer wollte: Ihre Vielschichtigkeit und Energie überzeugten ihn schon in der ersten Probe.
Die österreichische Bassistin wurde durch ihre YouTube-Videos international bekannt. Nach ihrem Studium in Wien, Köln und Mannheim ist sie heute eine der gefragtesten Bassistinnen im deutschsprachigen Raum: im Ensemble der Vereinigten Bühnen Wien, als Dozentin an der Gustav Mahler Privatuniversität in Klagenfurt und als Live- und Studiomusikerin von Pop bis Fusion. Ob ARD Sportschau, ORF Starmania, mit den heavytones oder den No Angels – Hofer ist längst eine feste Größe.
Ihr erstes Instrument war das Cello – und auch im Duo mit Helbock ergänzt sie ihren Bass immer wieder mit dessen warmen Klang. Klassisch ausgebildet, groovt sie ebenso selbstverständlich durch Funk- und Jazzrepertoires, von Earth, Wind & Fire bis zu den Yellowjackets. Ihr Markenzeichen: Sie klebt nicht am Notenblatt, sondern hört hin, transkribiert, verändert – und kommt so den Originalen auf ganz eigene, frische Weise nahe.
Kein Wunder, dass Helbock begeistert ist. Er gehört zu den vielseitigsten Pianisten Österreichs: mehrfacher Preisträger beim renommierten Jazzpianosolo-Wettbewerb in Montreux, Träger des Outstanding Artist Award und des österreichischen Staatsstipendiums für Komposition. Über 25 Alben als Bandleader – darunter seine Debütveröffentlichung bei ACT, die gleich für den Echo Jazz nominiert wurde.
Mit dem gemeinsamen Album »Faces of Night« weiten Hofer und Helbock den Horizont noch einmal: Songs von Prince stehen neben Thelonious Monks »Round Midnight«; Georges I. Gurdjieffs »Woman’s Dance« in cellofarbener Version trifft auf Eddie Harris‘ soul-funkigen Freedom Jazz Dance oder eine verblüffende Adaption von Schumanns Klavierkonzert a-Moll.
Fast akustisch, mit Ausnahme des E-Basses, ist daraus ein Album geworden, das von großer Spieloffenheit lebt – getragen von Hofers lässiger Präzision und Helbocks inspiriertem Drive.