
Mundakrobatik at its best. Wer Andreas Schaerer noch nie gehört hat, ahnt nicht, was auf ihn zukommt. Der gebürtige Schweizer hat schon als Kind stundenlang mit seiner Stimme experimentiert – heute sprengt er mit ihr genüsslich das Korsett des klassischen Jazzsängers. Spielend leicht bewegt er sich virtuos zwischen Jazz, Experimental, elektronischen Einflüssen und improvisierten Geräuschwelten.
Nach seinem Gesangsstudium an der Hochschule der Künste Bern wurde es schnell ziemlich voll im Terminkalender: 2007 gründete er gemeinsam mit Marc Stucki und Benedikt Reising die Jazzwerkstatt Bern, tourt seither weltweit mit eigenen Projekten, ist gefragter Studiomusiker und stilistisch so beweglich wie seine Stimme: von aktuellem Jazz über zeitgenössische Klassik bis zu Hip-Hop und Computerspiel-Soundtracks.
Auch als Komponist ist Schaerer umtriebig: Neben der Musik für seine eigenen Bands schreibt er regelmäßig Auftragswerke für klassische Ensembles und zeitgenössische Formationen. Seine Konzertreisen führten ihn quer durch Europa und weiter nach Asien, Südamerika, Kanada, Russland, Israel, Ägypten, Libanon und Südafrika.
Am Piano: eine der originellsten und einflussreichsten Stimmen der neuen Generation des spanischen Jazz – Daniel García Diego. Nach seinem Studium am Berklee College of Music in Boston ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Doch Garcías musikalischer Weg begann in der westlichen Klassik: Bevor es in die USA ging, studierte er klassisches Klavier am Konservatorium Castilla y León in seiner Heimatstadt Salamanca.
Durch diese Doppelspur aus Jazz und Klassik funkelt seine Musik in klassischen Kadenzen und Klangfarben, schlägt plötzlich einen Haken Richtung Flamenco, löst sich in weitgespannten Jazz-Harmonien auf oder mündet in kraftvolle Improvisationen. Einige Pijazzo-Ultras erinnern sich sicher noch an Daniel García Diegos ikonischen Auftritt im Jahr 2023, als er das abendliche Läuten der Stadtkirchenglocken traumhaft in eines seiner Stücke integrierte.
2024 wurden Schaerer und García Diego von der renommierten französischen Jazz-Akademie als „Europäische Jazzmusiker des Jahres“ nominiert; Schaerer erhielt bereits 2015 den ECHO Jazz als „Sänger des Jahres international“.
Ein Duo, das schlicht zusammengehört: einmalig, heiter, flippig, anders. Und vor allem: unglaublich munter machend.