Donnerstag, 20. Oktober, 20:00 Uhr
Infos und Tickets unter www.jazz-bayreuth.de oder an der Abendkasse.

Gesucht haben sie sich eigentlich nicht unbedingt – und doch gefunden. Als Saxophonist Óskar Guðjónsson 2008 für einen Gig auf dem Blues- und Jazzfestival im isländischen Höfn angefragt wird, braucht er Musiker. Kurzerhand holt er seinen Bruder Ómar sowie David Þór Jónsson und Magnús Trygvason Elíassen ins Boot – der Rest ist isländische Jazz-Geschichte.

Wer denkt, der Name der Band sei Programm, wird eines Besseren belehrt. Von Hektik keine Spur, ganz im Gegenteil, es wird melodiös und sanft, fast schon hypnotisch. Jazz, Ambient, Rock – was den Jungs Spaß macht, wird zu einem eleganten Wohlfühlsound zusammengefügt, der AdHd schon mit ihrem ersten Album mehrere Auszeichnungen bei den Icelandic Music Awards einbrachte. Miles Davis, Radiohead, Steely Dan, Dr. John – die Liste der Künstler, die die Band kreativ beeinflusst haben, ist so lang wie vielfältig, was dem Zuhörer viel Raum lässt für eine eigene Entdeckungsreise in die musikalische Welt der Isländer.

Zwischenzeitlich hat Tómas Jónsson David am Keyboard ersetzt, mit Ómar an Gitarre und Bass sowie Magnús am Schlagzeug tragen sie den Rhythmus und die Melodien tiefenentspannt und lächelnd durch jedes Stück. Mal ganz weit vorne, mal zurückhaltend hinten, aber immer dabei: Das seufzende, fast schon sprechende Saxophon von Óskar, das Alleinstellungsmerkmal der Skandinavier.

Ein wenig hektisch wird es bei AdHd dann doch noch, und zwar kurz vor jedem Gig. Denn bei keiner Tour gibt es eine feste Setlist – die Musiker lassen den Raum auf sich wirken, spüren seine Atmosphäre und tauchen ein in dessen Klangwelt. Dann erst entscheiden sie sich, welche Stücke das Publikum genießen darf. Und dann wird höchst positive musikalische Energie produziert, die auf die Zuhörer übergeht. Magnús sagte einmal, er tue sich mit AdHd etwas Gutes. Wer sich selbst ebenfalls etwas Gutes tun will, kommt am 20. Oktober in den Bechersaal.