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Podium im Gerberhaus

Adresse:
Gerberplatz 1
95444, Bayreuth, Deutschland

Tingvall Trio

Datum:

Sa. 28. März 2009
um 20:30 Uhr

Location:

Podium im Gerberhaus

Veranstalter:

Jazzforum Bayreuth e.V.

Wenn Mc Coy Tyner in Südschweden auf Nirvana getroffen wäre, hätte es vermutlich ganz anders geklungen, aber das Tingvall Trio lässt zumindest Momente aufkommen, in denen diese Assoziationen vorbeiziehen…
Die drei Protagonisten kommen aus verschiedenen Ländern und haben bei allem unterschiedlichen Background eine gemeinsame, aber eigenständige musikalische Ebene gefunden. Der schwedische Pianist Martin Tingvall hat sein Handwerk unter anderem von Bobo Stenson gelernt, der ihn eine Zeit lang unterrichtete. Als Vorbilder nennt er neben diesem u.a. Miles Davis und AC/DC. Der Namensgeber des Trios zeichnet für alle Kompositionen verantwortlich und verdiente sich erste Sporen im Jazzcircuit bei einem einjährigen Aufenthalt an der Musikhochschule in Groningen. Dort traf er auch erstmals Jürgen Spiegel, der als veritabler Rockschlagzeuger alle großen Bühnen der Republik von „Rock am Ring“ bis zum „Hurricane Festival“ gespielt hat, mittlerweile aber vor allem auch durch sein enorm facettenreiches malerisches Schlagzeugspiel zu überzeugen weiß. Und gut, dass diese Beiden nach ihrem Umzug nach Hamburg mit Omar Rodriguez Calvo zusammentrafen, der sich zuletzt als festes Mitglied des Ramon Valle Trios ins Rampenlicht spielte, aber auch gerne von Roy Hargrove oder Gerardo Nunez bei Ihren Deutschland – Konzerten gebucht wird. Spätestens mit ihm bekommt die zwischen skandinavischen Jazz/Folk – Melodien und straighten Rockrhythmen pendelnde Musik eine südliche Leichtigkeit, die den Zuhörer im Sturm erobert.

Martin Tingvall beschreibt die Einflüsse seiner Musik als Mixtur aus Jazz, Rock, Folk, Lounge und Klassik, als „skandinavischen Jazz mit kubanischen Anklängen und einer leichten Rock’n Roll Attitüde“. Frappierend seine Fähigkeit, mit einigen wenigen Noten eingängige Melodien zu erfinden, die im Verlaufe der Stücke in Form und Tempo zerlegt, aufgelöst und neu zusammengesetzt werden. Ein Lyriker, der seinen Weg gehen wird und mit Spiegel und Calvo zwei Seelenverwandte gefunden hat, denen die Symbiose von freiem Jazz, Rock’n Roll und Folk selbstverständlich von der Hand geht. Tingvall Trio spricht auch ein junges Publikum an, dass interessant klingenden Jazz genauso schätzt wie nach vorne gehende Rock Rhythmen, entdeckt wurden die Drei in dem authentischen Hamburger Musikclub „Bucanero Bar“, in dem der St.Pauli – Fan sich mit dem Jazz – Musikfreak am Tresen bei einem Flaschenbier den Sound von Morgen anhört. Unverkrampft, neugierig und immer mit einer Prise Humor.

Die Kritik bewegte sich anlässlich des Debütalbums „Skagerrak“ 2006 zwischen Euphorie („Eine Antwort auf Esbjörn Svensson“ /AUDIO 7/06) und Begeisterung („Ein beeindruckendes, famoses Zeugnis unverbrauchter Musikalität„ (NDR / 5/06), lobte „die dominanten Grooves und von Leichtigkeit durchzogenen Balladen“ (Jazzthing 06/06), konstatierte „dass Tingvall seinen Mc Coy Tyner ebenso gehört habe wie seine Kollegen aus Skandinavien und diese Inspirationsströme in schön perligen Improvisationsausflügen verknüpfe“ (Die Welt 05/06) und stellte „die Virtuosität und Frische des Trios heraus“ (Brigitte 6/06), verbunden mit der Hoffnung, „dass dem Tingvall Trio großer Erfolg beschieden sein möge“. Das Publikum ließ sich nicht lange bitten und feierte die drei Kiez – Musiker aus Hamburg enthusiastisch. Das Crossover der Medienresonanzen spiegelte sich auch im bunt gemischten Publikum aus jungen Jazz – Einsteigern, hartgesottenen Jazz Afficionados und einfach nur an Melodien oder Grooves interessierten Hörern anderer Musik – Genres.

Mittlerweile ist das Trio dem Kiez von St. Pauli entwachsen, sie wurden auf dem Jazz Festival in Stockholm genauso gefeiert wie bei ihrem Durchbruch auf dem Hamburger Jazzfestival 2006 oder Trend setzenden Veranstaltungen wie dem Festival von Aalen. Eigens für den japanischen Markt musste eine 180 Vinyl – Pressung produziert werden, die in limitierter Auflage erschien und schon jetzt als Sammlerstück gilt. Das Debut wurde weltweit veröffentlicht, bemerkenswert für ein Erstlingswerk. Fans in England oder Italien wissen den Bandsound ebenso zu schätzen wie Musikliebhaber in Asien, für das amerikanische Fernsehen wurde ein Bandporträt produziert. Auch geographisch hat sich etwas getan im Trio, denn Pianist und Komponist Martin Tingvall ist wieder nach Südschweden umgezogenen, von wo er die Geschicke des Trios dirigiert.

Frappierend ist die Konstanz, mit der die drei jungen Musiker – Martin Tingvall/Piano, Omar Rodriguez Calvo/Bass und Jürgen Spiegel/Drums – ihren eigenständigen Gruppensound auf „Norr“ weiterverfolgt und verfeinert haben. Elegische nordische Balladen wie „Utsikt“, „Snårestad Folkvisa“ oder „Båtsregn“ wechseln sich ab mit groovebetonten Stücken wie „Grrr“ , dem fast Lyle Mays inspirierten „Barnslig“ oder „Mjau“ , das in seiner Leichtigkeit ähnlich überraschend daherkommt wie früher vielleicht ein Calypso wie „St.Thomas“ bei Sonny Rollins. Die formal stark klassisch orientierte Ballade „Bachibas“ steht neben Rockern wie „Monster“ oder dem hidden track „Vikingen“, allem gemein ist dabei ein Bandsound, der schon beim ersten Album als einzigartig erkannt werden konnte. Das Tingvall Trio gehört zweifellos zu den wenigen jungen Ensembles, die sowohl live als auch mit ihren bisherigen Einspielungen neue, eigene Wege beschreiten.

Line-Up:
Martin Tingvall – Piano
Omar Rodriguez Calvo – Bass
Jürgen Spiegel – Drums