Bayreuther Jazz-History

Bayreuther Jazz-History

Eine „Boy Group“ machte den Anfang

Mitte der Fünfzigerjahre wurden die „Dixie Babies“ aus der Taufe gehoben. Die „Dixie Babies“? Was heute den Beginn der Bayreuther Jazz-Geschichte markiert, war damals eine Teenie-Band. Noch dazu eine, die es doch tatsächlich wagte, die konservative (und belastete) Kulturwelt der Wagner-Stadt Bayreuth mit unbekümmertem Südstaaten-Jazz zu erfrischen.

jazzkeller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das alleine hat ja schon ein „Hut ab!“ verdient. Doch gebührt der ersten Jazzband Bayreuths noch ein weiteres dickes Lob: Denn auf der Suche nach kreativer Entfaltung brachten die „Dixie Babies“ den Jazzkeller auf den Weg (Foto; heute: Borracho). Damit war der Nährboden für eine gedeihende Jazz-Kultur endgültig ausgelegt. Er musste nur noch kräftig besät werden…

Vier Pilze und die Krise des Jazz

In den Folgejahren entfachte das Feuer der „Dixie Babies“ tatsächlich allerlei Bandgründungen (z.B. die „Margravian Hot Footers“). Diese Bands etablierten den Jazz in Stadt und Region immer weiter – zunächst jedenfalls. Denn dummerweise, und das war nun wirklich höhere Gewalt, schwappte kurz darauf eine Hysterie-Welle aus Großbritannien nach Deutschland. Vier Pilzköpfe aus Liverpool sorgten mit gefälligem Pop dafür, dass der Jazz auch in Bayreuth an den Bühnenrand gedrängt wurde.

Im Laufe der Jahre verschwanden Swing, Bebop & Co. sogar so tief in der Versenkung, dass sich die städtische Musikschule in Bayreuth zu einer Rettungsaktion genötigt sah. Die Lösung? Ein Jazz-Kurs.

Von der Musikschule zum Jazzforum

Aus diesem formierte sich Mitte der Siebzigerjahre die Band „Swing College Bayreuth“.  Mit von der Partie war wieder Stefan Mörlein (Foto: links stehend), der auch schon bei den „Dixie Babies“ die Posaune bearbeitet hatte. Jahre später erinnerte er sich gegenüber der Bayerischen Rundschau: „Das ,Swing College’ war die Mutter aller Bands, die heute noch in der Region zu hören sind.“ Wo wir gerade über Mütter reden: Stefan Mörlein war kurz darauf einer der Väter des Jazzforums.

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Denn direkt aus dem „Swing College Bayreuth“ ging 1982 das heutige Jazzforum hervor. Zunächst noch ohne eigene Spielstätte, suchte sich unser junger Verein bald das alte „Podium“ in der Mainstraße als ständige Basis für Veranstaltungen. Ab Mitte der Achtzigerjahre, nach der Auflösung des „Swing College“, sorgten dann vor allem die Bayreuther Studenten (damals hieß es noch nicht „Studierende“) für neue Impulse und für eine Erweiterung der Jazz-Gemeinde. Mit coolen Konzerten in der „Etage“, mit kreativen Workshops und Sessions wurde das Jazzforum alsbald in ganz Nordbayern bekannt.

Die Bayreuther Jazz-Festspiele

Was zum großen Wurf noch fehlte? Ein richtiges Jazz-Festival! Die Idee hinter den „Bayreuther Jazz-Festspielen“, die 1991 erstmals stattfanden, war es, international bekannte Künstler und Nachwuchsjazzer aus der Region zusammenzubringen, um so den Jazz weiter zu fördern. Freilich wäre das ohne neue Mitglieder, ohne Sponsoren und ohne die Unterstützung der Stadt Bayreuth nicht möglich gewesen. Noch heute sagen wir dafür gerne: „Vielen Dank!“

Selbstredend gäbe es auch unseren jetzigen, jährlich stattfindenden Jazz-November ohne diese Unterstützung nicht. Ebenso wenig alle anderen Veranstaltungen des Jazzforums, das 2012 sein 30-jähriges Bestehen feiern durfte. Auch dafür ganz herzlichen Dank an alle Unterstützer!

Regionale Unterstützung, bundesweite Anerkennung

Seit dem Umzug in den Becher-Saal in der St.-Nikolaus-Straße hat das Jazzforum nun noch bessere Möglichkeiten, regelmäßig hochkarätige Jazz-Acts auf die Bühne zu bringen. Die erstklassige Licht- und Beschallungsanlage, finanziert vom Jazzclub, bringt Sax, Drums and Voice optimal zur Geltung. Auch den wunderbaren neuen Flügel, den wir 2013 kaufen konnten. Möglich wurde diese Anschaffung durch ein Preisgeld…

Denn das Jahresprogramme 2012 und 2013 des Jazzforums Bayreuth wurde mit dem Spielstättenprogrammpreis 2013 und 2014 des (bzw. der) Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet – und jeweils mit einem Preisgeld von 5.000 Euro prämiert. Der Spielstättenprogrammpreis würdigt die Arbeit von „kleinen und mittleren Clubs und Veranstaltern, die mit Mut zum Risiko ein kulturell herausragendes Programm anbieten, das jenseits des Etablierten auf ein hohes musikalisches Niveau setzt“, so Kulturstaatsminister Neumann.

Bundesweit gibt es nur 12 Veranstalter, die diesen wichtigen Preis schon zweimal gewonnen haben.

Spielstättenprogrammpreis 2013

Spielstättenprogrammpreis 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns, dass das, was wir alle zusammen jedes Jahr auf die Beine stellen, inzwischen Anerkennung auf allen Ebenen findet. Eine tolle Auszeichnung, die uns zeigt, dass wir mit der Unterstützung unserer Mitglieder, Sponsoren und der Stadt Bayreuth genau das Richtige machen.