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Jazz-November 2013:
KASAR

  • Datum:Donnerstag, 07. November 2013
  • Ort:
  • Zeit:20:00 Uhr

Wagnetronica

Am meisten inspirieren den Berliner Pianisten und Elektronik-Produzenten Arnold Kasar arrivierte Filmkomponisten wie Joe Hisaishi und Ennio Morricone. Den Einfluss von Richard Wagner, den ersten „Filmkomponisten“, will er indes nicht verleugnen. „Wenn auch keine Wagner-Kompositionen in meinem Programm vorkommen“, sagt Arnold Kasar, „glaube ich schon, dass seine Harmonik und Dramatik mich in gewisser Weise beeinflusst haben. Besonders der Tristan hat es mir angetan.“
Der Tristan-Akkord, das nicht deutbare Etwas. Die Widerborstigkeit des Akkords wirkt auf Arnold Kasar so faszinierend: „Die förmliche Unmöglichkeit – und trotzdem entsteht solch spannende Musik daraus.“ Mit dieser Unmöglichkeit, aus Dissonanzen ein harmonisches Ganzes zu erschaffen, experimentiert Kasar in seinem Stück „Seven Years of Silence“.
Es ist das letzte Stück auf seinem 2012er-Album „The piano has been smoking“. Arnold Kasar hatte dafür eigens die Möglichkeiten elektronischer Musik mit dem etwas limitierteren Klavier eingetauscht. Um seinen Improvisationen wieder freieren Lauf lassen zu können, wie er sagt. Bevor der „ausgewiesene Elektroniker“ zu seinem ersten Instrument, dem Piano, zurückkehrte, hatte er musikalisch schon viele Böden beackert. So machte er sich in der Hauptstadt als Produzent und Songwriter für den Entertainer Friedrich Liechtenstein und als Bandmitglied von Micatone und Nylon einen Namen.
Auch im Jazz-November sitzt Kasar am Klavier, bleibt dabei aber experimentierfreudig wie immer: „Ich werde Klavier spielen und elektronische Elemente einbauen.“ Welchem Genre würde er seine Musik zuordnen? „Ich würde meine Musik als Filmmusik bezeichnen, besser gesagt als Musik für Filme, die es noch nicht gibt.“
Womit wir wieder bei Richard Wagner wären, der schon Filmkomponist war, bevor es überhaupt Filme gab. Arnold Kasar: „Ich glaube in seiner Musik zu hören, dass er mit dem Orchesterklang absichtlich Verfremdungseffekte erzeugt hat, um die emotionalen Stimmungen zu verstärken. Das hört sich für mich bis heute sehr avantgardistisch an.“ Mit solchen avantgardistischen Stilmitteln darf man auch bei Kasar rechnen, im Jazz-November 2013.
Arnold Kasar (Piano, Electronic)
Preise an der Abendkasse:
Normalpreis 15,00€
Ermäßigt(*) 10,00€